Der Stadtteil
Linden-Süd – Lage, Bebauung, Menschen
Linden-Süd liegt zwischen der Ihme, dem Deisterplatz und den Bahnanlagen im Süden. Der Stadtteil entstand im Zuge der Industrialisierung als Wohnquartier für die Beschäftigten der Lindener Betriebe und hat diesen Charakter über die Jahrzehnte weitgehend behalten. Die Bebauung besteht überwiegend aus gründerzeitlichen Mietshäusern in Blockrandbebauung, ergänzt durch Nachkriegsbauten und einzelne Neubauten. Der Deisterplatz und die Göttinger Straße bilden die Hauptorientierungspunkte. Anders als Linden-Nord hat Linden-Süd den Wandel zum Szeneviertel nicht vollzogen; das Quartier ist ruhiger, die Mieten liegen niedriger, und die Bevölkerung ist stärker durch Zuwanderungsgeschichte, größere Haushalte und einkommensschwächere Familien geprägt. Es gibt eine aktive Quartiersarbeit und mehrere soziale Einrichtungen. Für unsere Arbeit heißt das: Der Bedarf an bezahlbarer, wirksamer Sicherheitstechnik ist hier größer als anderswo – und die Bereitschaft, für Sicherheit vierstellige Beträge auszugeben, geringer.
Bekannte Orte im Stadtteil: Deisterplatz · Göttinger Straße · Ihmeufer · Schwarzer Bär · Lindener Hafen
Schließtechnik vor Ort
Was in Linden-Süd tatsächlich verbaut ist
Der gründerzeitliche Bestand hat massive Türblätter, aber mit einem einzigen Riegelpunkt und Schlössern, die häufig seit Jahrzehnten unverändert sind. Nachgerüstete Profilzylinder stammen oft aus den achtziger und neunziger Jahren und entsprechen keinem heutigen Sicherheitsstandard. Schutzbeschläge fehlen in der Mehrzahl der Fälle vollständig. Bei den Hauseingängen ist die Situation ähnlich: einfache Schlösser, teils defekte Gegensprechanlagen, gelegentlich Türen, die gar nicht mehr richtig schließen. Das ist ein Sicherheits- und zugleich ein Instandhaltungsthema – und in vielen Fällen Sache des Vermieters. In den Nachkriegsbauten und den wenigen Neubauten sieht es besser aus. Was in Linden-Süd zusätzlich auffällt: Kellerabteile sind oft nur mit Holzlatten und einfachen Vorhängeschlössern gesichert, und Kellereinbrüche mit Fahrraddiebstahl sind ein wiederkehrendes Problem, das viele Bewohner resigniert hinnehmen.